Europablog
Der kritische Blog für ein freies Europa

Europa im Umbruch. Europa in der Krise. Wir erleben spätestens seit der EU-Gründung 1992 den ideologischen Versuch, die in Europa gewachsenen Identitäten und Traditionen zu überwinden, um mit dem neuen Menschen als Europäer das bisherige Nationalstaatenmodell zu beseitigen und mit einer zentralisierten Politik für den ganzen europäischen Kontinent zu ersetzen - das europäische Großreich als Heilsbringer für den Frieden. >>mehr

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Moral Hazard ist ein Schlüssel­begriff zum Verständ­nis der gegen­wärtigen und zukünf­tigen Staats­verschuldung.


Eine wörtliche Übersetzung wäre “Hasadeur­spiel mit der (Schulden-) Moral der Anderen”, eine freie“Förderung des Leichtsinns”. Damit ist gemeint: Die von der Euro­päischen Zentral­bank einge­leitete Geld­schwemme verführt die Finanz­minister zu noch mehr Schulden.

Moral Hazard beschreibt einen psycho­logischen Sekundär­effekt, die unerwünschte Folge einer gut gemeinten solida­rischen Aktion. In der Volks­wirtschafts­lehre ist dieser Begriff seit Jahr­zehnten bekannt, in der Öffent­lichkeit kaum. Man muss sich in die Lage etwa des italienischen oder spanischen Finanz­ministers versetzen: Warum soll er energisch sparen? Es droht eine Deflations­spirale nach griechi­schem Muster: Entlas­sungen, Verrin­gerung der Kauf­kraft, Sinken der Nachfrage, Unternehmens­konkurse, noch mehr Entlas­sungen… Am Ende kommt es zu sozialen Unruhen. Da ist es wesentlich einfacher, die Euro­päische Zentral­bank gibt den Banken Darlehen, damit diese dem Staat Darlehen geben. Damit wird zwar die Geld­menge aufgebläht und eine Inflation herbei­geführt, aber nicht sofort, und die Inflation trifft alle Euro-Staaten.

Das gleiche gilt für all die Rettungs­schirme, Riesen-Fonds und Schulden­schnitte der letzten zwei Jahre: Wenn schon das kleine Griechen­land “too big to fail”, also zu groß ist, um es zahlungsunfähig werden zu lassen, können Spanien und Italien erst recht darauf vertrauen, dass die nörd­lichen Länder eingreifen werden. 

Die Hilfen fördern eine Art Vollkasko-Mentalität für Finanz­minister. Das Insolvenz­risiko wird (für eine Weile) von dem Land genommen, doch damit senkt man die Spar­anreize, die Schulden steigen weiter. Das paradoxe Ergebnis: Durch die Billionen-Kredite und -Bürgschaften wird das Problem Staats­verschuldung für ein paar Wochen, ein paar Monate vertagt, aber über die Jahre verschärft. Hinzu kommt die Inflations­gefahr. 

Quelle: staatsverschuldung.de