
Der im November 2011 zurückgetretene und vierfache italienische Regierungschef Silvio Berlusconi, dessen Amtsgeschäfte bis zu den Wahlen 2013 das frühere EU-Kommissionsmitglied Mario Monti in einer Übergangsregierung übernimmt, hat den Euro als einen “großen Betrug” bezeichnet. Deutschland empfiehlt er einen Austritt aus dem Euro.
Bei der Buchvorstellung eines Parteifreunds am 28. September sagte Silvio Berlusconi, ein Austritt Deutschlands aus dem Euro sei “keine Tragödie”, sondern im Gegenteil eine Möglichkeit, den Eurostaaten bei der Krisenbewältigung zu helfen. Bei gemeinsamer Währung im Euro sei Deutschland in Europa ein wirtschaftlicher “Hegemonialstaat, kein solidarisches Land”.
Deutschland Schuld an Sparpolitik
Einzige Alternative wäre, wenn die Europäische Zentralbank mit Hilfe Deutschlands die Staaten unbegrenzt mit Geld versorgen würde. Die deutsche Angst vor einer Geldschwemme und Inflation behindere dies jedoch. Berlusconi machte deshalb Deutschland für die harte Sparpolitik in Europa und ihre sozialen Folgen verantwortlich. Derzeit ist Italien besonders hart betroffen, Monti will 24 Milliarden im Haushalt einsparen. Dies schaffe “ein Klima der Unsicherheit und der Angst”, das “uns immer weiter verarmen lässt angesichts einer Krise, deren Ende nicht abzusehen ist”.
Euro-Währung ein Betrug
Italiens früherer Regierungschef wurde noch grundsätzlicher: “Der große Betrug ist nicht die Technokraten-Regierung (des ungewählten Übergangspremiers Mario Monti), auch nicht das, was derzeit in Italien geschieht. Der große Betrug ist der Euro.” Und weiter: “Es war Selbstmord, dass sich Italien auf den bei der Euroeinführung festgelegten Wechselkurs eingelassen hat.”
Leseempfehlung auf europablog.net: Kommt bald die Rückkehr zur D-Mark?