
Bild: Pressekonferenz mit dem panamaischen Präsidenten in Berlin.
Der panamaische Präsident, Ricardo Martinell, hat sich während seinem ersten Besuch in Deutschland für die Einführung der Euro-Währung in Panama ausgesprochen. Dies sagte er nach einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am 15.10. in Berlin.
„Ich habe der Bundeskanzlerin dargelegt, dass wir gerade nach Mechanismen suchen, damit auch der Euro als weitere Währung in Panama frei zirkulieren kann und vom Markt akzeptiert wird. Wir wären damit der weltweit einzige Markt, in dem es zwei Währungen gibt, nämlich den Dollar und den Euro”, sagte Martinelli.
Zugleich zeigte er sich zuversichtlich, dass Deutschland und die EU mit neuen Maßnahmen ihre Krise überwinden werden. Der Euro solle deshalb in Panama parallel zum US-Dollar eingeführt werden. Der Euro stünde damit in Panama erstmalig als Barzahlungsmittel unter direktem Währungswettbewerb mit dem US-Dollar.
Land mit drei Währungen
Der Präsident erwähnte nicht die eigentliche Nationalwährung Panamas: den Balboa. Die nationale Währung ist 1:1 an den US-Dollar gekoppelt, welcher selbst ebenfalls offizielles Zahlungsmittel ist. Das Land wurde fast vollständig dollarisiert. Banknoten des Balboa existieren nicht mehr, nur Münzen sind im Umlauf. Der Präsident des wirtschaftlich aufstrebenden Landes könnte mit der Einführung des Euros die Lockerung der Abhängigkeit vom US-Dollar beabsichtigen, den Martinell scheinbar als nicht mehr stabil genug betrachtet. Ob er demnächst auch die chinesische Währung einführen will verriet er zwar nicht, doch wie die Berliner Umschau zynisch kommentiert, mache die Einführung des krisengeschüttelten Euro eigentlich auch keinen Unterschied mehr, wenn schon die eigene Nationalwährung nicht tragfähig sei und der Dollar zunehmend am Abgrund stehe.
Erstes Amerikanisches Euro-Land
Panama ist 10,000 Kilometer von der Euro-Zone entfernt, es wäre das erste amerikanische Land, das den Euro als Zahlungsmittel einführt. Allerdings gilt der Euro bereits in den französischen Kolonialinseln zwischen Indischem Ozean und Karibik, welche Teil der Europäischen Union, nicht jedoch des Schengen-Raums sind.
(jc)