Weil aber längst zwei Drittel der griechischen Staatsverschuldung bei EZB und Geberländern liegen, müssten nicht nur die Banken auf ihr Geld verzichten. Es wären auch die Euro-Partnerstaaten, allen voran Deutschland. Merkel und ihr Finanzminister hätten den Deutschen zu erklären, dass aus den Garantien und Krediten echte Milliardenverluste geworden sind. “Unvorstellbar so kurz vor der Wahl”, sagt einer in ihrem Umfeld. “Niemand ist bereit, die politischen Kosten für diese Wahrheit zu tragen.” Lieber wurstelt man sich weiter durch. Das Verhalten der CSU illustriert das wohl am besten. Monatelang waren ranghohe CSU-Mitglieder mit einer Botschaft durchs Land gezogen: Athen muss raus. “Ich sehe Griechenland 2013 außerhalb der Euro-Zone”, sagte etwa Generalsekretär Alexander Dobrindt. Ohne Rückendeckung von seinem Parteivorsitzenden, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, hätte Dobrindt das wohl kaum gewagt. Und ausgerechnet der ist jetzt bereit, den Griechen mehr Zeit für Reformen zu geben, was natürlich mit neuen Milliarden-Kosten verbunden ist. “Ich denke, darüber kann man reden”, sagte er in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Prinzipientreue geht anders.